Bretonische Sprache
Die bretonische Sprache ist eine keltische Sprache und gehört zu der Gruppe der britannischen Sprachen. Sie kommt nicht, wie oftmals angenommen, von den keltischen Galliern, die im Verbreitungsgebiet der bretonischen Sprache, dem Département Finistère, Côtes-d’Armor und Morbihan, ansässig waren, sondern von britischen Flüchtlingen und Einwanderern.
Bretonisch ist auch die einzige keltische Sprache, die in Europa verbreitet ist.
Unterteilt wird die bretonische Sprache in vier Dialekte: Leoneg, Tregerieg, Gwenedeg (am wenigsten verbreiteter Dialekt) und Kerneveg (meist gebräuchlicher Dialekt).
Zur Sprachentwicklung gehören das Altbretonisch, das Mittelbretonisch und das Neubretonisch. Da vor allem im 9. Jahrhundert die meisten schriftlichen Quellen entwendet wurden, ist das Altbretonische nicht sehr gut belegt. Die Mittelbretonische Sprache hingegen ist festgehalten durch überlieferte Texte und Gedichte aus der damaligen Zeit. Ein starker Dialektzerfall kennzeichnet die nachfolgende neubretonische Epoche. Seit dem zwanzigsten Jahrhundert spricht man von der Neobretonischen Sprachentwicklung und versucht, die vier verschiedenen Dialekte zusammenzufassen, um so die Sprache besser zu erhalten.
In der heutigen Zeit wird Bretonisch nur noch von ca. 290.000 Menschen verstanden – sprechen können es sogar deutlich weniger. Nur in sehr wenigen Familien wachsen Kinder noch mit einem bretonischen Dialekt auf. Zudem hat der französische Staat die bretonische Sprache bis heute immer noch nicht offiziell anerkannt. Trotzdem wird in manchen Regionen Frankreichs, darunter auch in Finistere, Bretonisch in Schulen gefördert und unterrichtet.